Das Denk.Mal Erfurt

Das Denk.Mal Erfurt

Vollständig schwarz angestrichen, die Form eines Obelisken, eine Grundfläche von 1*1m und 2,80m hoch: Dieses Denkmal übersieht man nicht so leicht, wenn es auf dem Erfurter Anger die Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit Rassismus in der DDR begleitet.

Aber was erfährt man eigentlich in dem Text auf dem Denkmal?  Den vollständigen Informations-Text auf den Seiten des Obelisken können Sie hier nachlesen:

IN GEDENKEN AN DIE OPFER RASSISTISCHER GEWALT IN DER DDR.

Im Jahr 1975 fanden in Erfurt die ersten pogromartigen Ausschreitungen nach 1945 in Deutschland statt. Die Ereignisse vom 10. bis 13. August richteten sich gegen algerische Vertragsarbeiter, die seit Juni 1975 in verschiedenen Erfurter Betrieben beschäftigt waren. Während dieses Zeitraums wurden Algerier von Deutschen mehrfach durch die Erfurter Innenstadt gejagt und unter anderem mit Eisenstangen und Holzlatten attackiert.

 


Mitten in Erfurt

Am 12. August spitzte sich die Situation auf dem Erfurter Anger zu: Nachdem einige Algerier nach getaner Arbeit in ihre Wohnheime zurückkehren wollten, wurden sie von deutschen Jugendlichen daran gehindert, provoziert und zusammengeschlagen. Als die Algerier in der Hauptpost Zuflucht suchten, versammelte sich auf dem Erfurter Anger ein rassistischer Mob von bis zu 300 Personen. Sie riefen unter anderem „Gebt die Algerier raus“, „totschlagen“ und „aufhängen“. Nur durch das Einschreiten der Volkspolizei konnte Schlimmeres verhindert werden.

Keine Einzelfälle

Diese Ausschreitungen waren in der DDR keine Einzelfälle: Vertragsarbeiter*innen aus befreundeten Staaten wie Kuba, Vietnam oder eben Algerien waren republikweit immer wieder von rassistisch motivierter Gewalt betroffen. Doch auch von offizieller Seite wurden sie nicht gleichberechtigt behandelt: Untergebracht in streng kontrollierten Wohnunterkünften, waren Beziehungen zu Deutschen außerhalb der Betriebe untersagt. Statt die versprochene Ausbildung zu erhalten, leisteten die Vertragsarbeiter*innen vor allem monotone, körperlich anstrengende und wenig qualifizierende Arbeiten.

Fast vergessen

Bisher sind diese Ereignisse historisch nur vereinzelt aufgearbeitet, die Täter*innen hinter den Übergriffen wurden nur selten verurteilt und die damalige Lebenssituation der Vertragsarbeiter*innen erhält kaum Beachtung. Diese Installation, das Denk.Mal Erfurt, möchte Licht ins Dunkel bringen und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema anregen.

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