"Brandschutz - Mentalitäten der Intoleranz"

"Brandschutz - Mentalitäten der Intoleranz"

Quelle: Kasper, Uni Jena –

„Was schwelt und glimmt kann schnell zum flächendeckenden Brand werden“. Mit diesen Worten begann Prof. Dr. Verena Krieger, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, am Samstag den 21.09.2013 ihre Begrüßungsworte zur Eröffnung der Ausstellung „Brandschutz – Mentalitäten der Intoleranz“.

Bezug nahm sie mit diesem Vergleich auf weitverbreitete diskriminierende Äußerungen z.B. am Arbeitsplatz, aber auch in Schulen und Kindergärten die ein gefährliches Potenzial und guten Nährboden für rassistische Propaganda bilden. Die insgesamt 20 Kunstwerke deutscher und internationaler Künstlerinnen und Künstler, die sich auf sehr vielfältige Weise dem Thema intoleranter Mentalitäten in der Mitte der Gesellschaft nähern, halten ihrem Betrachter den Spiegel vor und wollen zum Nachdenken über die eigenen Einstellungen animieren. Die Ausstellung die an 10 verschiedenen öffentlich zugänglichen Orten im Zentrum Jenas zu sehen war, realisierte drei vordergründige Ziele. Zum einen brachte sie zeitgenössische Werke einem breiten Publikum nahe und zeigte, dass auch Kunst durchaus als gesellschaftliche Kraft wirken kann, wenn es um den Kampf gegen Rechtsextremismus geht. Sie wollte aber auch zum Wechsel des oft sehr begrenzten Blickwinkels aufrufen und dazu anregen sich in die Position des Anderen einzufühlen.

Ein zentrales Werk der Ausstellung war die Installation VOTE/EMOTE der amerikanischen Künstlerin Adrian Piper die in der Rathausdiele im Alten Rathaus Jena zu sehen war. Das Kunstwerk besteht aus vier Wahlkabinen. In den Wahlkabinen werden dem Betrachter Fotos von AfroamerikanerInnen z.B. aus der Zeit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gezeigt. Im Schutz und der Anonymität der Wahlkabine, soll der Betrachter nun das Werk aktiv mitgestalten, indem er seine aufkommenden Gedanken beim Betrachten der Fotos in ein Buch notiert. Die Konfrontation mit bzw. Untersuchung der eigenen Toleranzgrenzen soll bewusst machen, wie sehr intolerantes Gedankengut in unserer aufgeklärten Gesellschaft verankert ist.

Die künstlerischen Werke, die ein breites Spektrum von Gemälden und aufwendigen Installationen über Filme bis hin zur Fotografie boten, wirkten auf ganz unterschiedliche Weise auf den Betrachtenden. Manche regen zum Schmunzeln an, andere rufen Ärger hervor, weil sie die eigene Unzulänglichkeit offenbaren. Doch alle vermitteln laut Prof. Dr. Verena Krieger die Botschaft: „Schau zweimal hin, frag dich, ob dein erster Eindruck wirklich stimmt!“.

In der Eröffnungsveranstaltung zollten auch Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Universität Jena, und Wolfram Stock, Vorsitzender des Jenaer Kunstvereins, der Vielfältigkeit der Ausstellung und den Unterstützern des Projekts ihren Respekt. Prof. Dr. Verena Krieger: „Nur durch das Engagement vieler Helfer und Studenten, weit über das Geforderte hinaus, wurde die Ausstellung wie wir sie heute sehen möglich“. Kooperationspartner war auch die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V., welche die Finanzierung der Installation VOTE/EMOTE ermöglichte.

Weitere Informationen zu diesem Projekt erhält man unter www.brandschutz.uni-jena.de.

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