Netzwerktagung
Zukunft selbst gemacht - lokale Antworten auf globale Krisen
Samstag, 30. Mai 2026, 9:00-16:30 Uhr, Haus Dacheröden
Darum geht's
Ob Waldbrände, rechtsextreme Angriffe, steigende Mieten oder geschlossene Krankenhäuser: aktuelle globale Krisen zeigen sich ganz konkret in unserem Alltag in Thüringen. Oft fühlen wir uns in diesen Situationen machtlos. Gerade im Lokalen können wir Krisen aber auch gemeinsam begegnen und uns für eine gerechtere und ökologische Zukunft einsetzen.
Doch welche Strategien für Wandel in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor Ort sind wirksam? Bei der Netzwerktagung der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen 2026 kommen wir mit Aktiven und Interessierten darüber ins Gespräch. Es gibt Workshops zu lokaler Demokratie, Wirtschaft fürs Gemeinwohl, solidarischer Vernetzung vor Ort, Energiewende und vielem mehr. Initiativen aus Thüringen teilen ihre praktischen Erfahrungen und ihr Expertise. Wir wollen Raum für Austausch geben, voneinander lernen, uns vernetzen und gemeinsame Vorhaben anstoßen.
Programm
9 bis 9.15 Uhr: Ankommen und Anmeldung
9.30: Begrüßung und Impuls von Cléo Mieulet
10.30 Uhr: Workshop-Phase 1
- Zivilgesellschaft selbst gemacht: das gute Leben greifbar machen
mit Perspektive Ost - Wirtschaft selbstgemacht: fair, lokal und solidarisch
mit der Stadtverwicklung Weimar - Umweltschutz selbst gemacht: Vielfalt pflanzen
mit den Stadtgärtner*innen Erfurt
12.30 Uhr: Mittagspause mit Mittagessen und Markt der Möglichkeiten
14. Uhr: Workshop-Phase 2
- Energiewende selbst gemacht: Vom Balkonkraftwerk bis zur Genossenschaft
mit der Bürgerenergie Thüringen - Wohnen selbstgemacht
mit der Alten Feuerwache Weimar - Lokale Demokratie selbst gemacht
mit Goals Connect
16.15 Uhr: gemeinsamer Abschluss
Impuls
Cléo Mieulet ist eine deutsch-französische Community-Organisatorin, Verfechterin des Degrowth und Resilienz-Spezialistin, die seit über 30 Jahren in Berlin lebt. Mit ihrem Hintergrund in Politikwissenschaft und Theater entwickelt sie partizipative Projekte und Kampagnen, die den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Wandel im urbanen Kontext fördern. Sie setzt sich für die Umwandlung leerstehender Einkaufszentren in Zentren für postfossile Solidarwirtschaft ein, moderiert Bürgerversammlungen und unterstützt Nachbarschaften bei der Selbstorganisation und der Rückeroberung urbaner Räume. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sensibilisierung für Armut und der Entwicklung gemeindebasierter Lösungen zur Linderung sozialer Ungleichheit. Dank ihrer binationalen Wurzeln verfügt sie über fundierte Kenntnisse der Resilienzstrukturen in Frankreich und Deutschland und engagiert sich für den transnationalen Austausch von Transformationspraktiken. Ihre Arbeit verbindet Commoning, Feminismus, Postwachstum und pragmatisches Handeln. Ihr Motto: „Ende des Monats, Ende der Welt, derselbe Kampf.“
Ort und Rahmen
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Hier geht's zur Anmeldung.
Es gibt ein gemeinsames, veganes Mittagessen. Dafür bitten wir um einen Spendenbeitrag nach Selbsteinschätzung.
Barrieren: Der Veranstaltungsort ist stufenlos zugänglich und vom Erfurter Hauptbahnhof in 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Die nächste Tram-Haltestelle ist eine Minute entfernt. Es gibt barrierefreie WCs. Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.
Bei frühzeitig angemeldeten Bedarf (bis 1 Monat vor der Veranstaltung) machen wir eine Kinderbetreuung möglich.
Workshops
A1 | Umweltschutz selbst gemacht: Vielfalt pflanzen
mit Dorothea Schröder und Josefine Hilgert von den Stadtgärtnerinnen
Die Vielfalt des Lebens ist faszinierend und bildet die Grundlage für unser eigenes Leben.
In diesem Workshop geht es darum, was wir konkret vor unserer Haustür tun können, um Natur und Artenvielfalt zu stärken: ob nun die Anlage kleiner und großer artenreicher Inseln, naturnah gestalteter Balkone und Gärten oder die Übernahme von Baumpatenschaften. Dazu gibt es hilfreiche Informationen und Anregungen, die Möglichkeit sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.
A2 | Wirtschaft selbstgemacht: fair, lokal und solidarisch
Mit Luci Maia von der Stadtverwicklung aus Weimar
Was wäre, wenn Gemeinschaften Wirtschaft wieder selbst gestalten – fair, lokal und solidarisch? In diesem Workshop tauchen wir gemeinsam in die Praxis gemeinwohlorientierter Modelle ein: von solidarischen Versorgungsstrukturen über gemeinschaftsgetragene Orte bis hin zu selbstverwalteten Unternehmen. Wir reflektieren, was davon in eurem Kontext anschlussfähig ist – und nehmen konkrete Ideen und neue Verbindungen mit.
A3 | Zivilgesellschaft selbst gemacht: das gute Leben greifbar machen
mit Johanna und Sarah von Perspektive Ost
2025 haben wir mit Perspektive Ost rund dreißig Initiativen aus allen ostdeutschen Bundesländern getroffen, die schon heute an den Visionen von morgen arbeiten und zeigen, dass Utopien Realität werden können. Wir wollen mit Euch in den Austausch kommen: Wie stellt Ihr Euch das gute Leben für Alle vor? Was bedeutet Solidarität? Mithilfe verschiedener Materialien werden wir uns diesen großen Worten nähern und dann überlegen: Wo findet das gute Leben für Alle schon statt? Wer arbeitet bereits daran und wie?
B1 | Energiewende selbst gemacht: Vom Balkonkraftwerk bis zur Energiegenossenschaft
Mit Christopher Liss von der Bürgerenergie Thüringen
Auch ohne technische Vorkenntnisse kann jede und jeder aktiv an der Energiewende mitwirken und das über den Bezug von Ökostrom hinaus. Ob die Organisation eines Solarspaziergangs in der Nachbarschaft, die Installation einer Steckersolaranlage (Balkonkraftwerk) oder das Engagement in einer Energiegenossenschaft. Ein Austausch über Möglichkeiten, Vernetzung mit Gleichgesinnten und Entwicklung neuer Ideen.
B2 | Beteiligung selbst gemacht: Wie das Konzept eines Spendenparlaments die Zivilgesellschaft stärkt
mit Chris von Goals Connect
Am Beispiel eines Spendenparlaments wird deutlich, wie Menschen Teilhabe, Selbstwirksamkeit und demokratischen Diskurs ganz konkret erleben können. Zugleich erhalten Vereine aus der Region eine niedrigschwellige und transparente Möglichkeit der Förderung. Darüber hinaus entstehen lokale Bildungsangebote, die globale Themen aufgreifen und für die Menschen vor Ort zugänglich und relevant aufbereitet werden. Gemeinsam möchten wir außerdem neue Ideen entwickeln, an welchen weiteren Orten ein Spendenparlament initiiert und erfolgreich etabliert werden kann.
B3 | Wohnen selbst gemacht
Wohnen selbstgemacht: selbstverwaltet und ohne Profitlogik
mit der Alten Feuerwache Weimar und Johannesplatz Solidarisch
Wie geht das selbstverwaltet und ohne Profitlogik? Welche Wege gibt es, ökologisches Wohnen trotzdem bezahlbar zu gestalten? Darüber tauschen wir uns in unserem Workshop aus. Das Mietshaus-Syndikat „Alte Feuerwache“ und die Mieter*innen-Initiative Johannesplatz Solidarisch erzählen von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgen. Außerdem überlegen wir gemeinsam, wie wir in unserem Wohnumfeld aktiv werden können.